RATGEBER · RECHNEN & VERSTEHEN

Photovoltaik rechnen. Annahmen verstehen.

Wie wirtschaftlich eine Photovoltaikanlage ist, lässt sich nicht an einer einzigen Zahl ablesen. Entscheidend ist, welche Kosten und Erträge über welchen Zeitraum miteinander verglichen werden.

PV-Wirtschaftlichkeit berechnen

Zuerst den Vergleich fair machen.

Eine PV-Rechnung stellt typischerweise zwei Situationen gegenüber: die Versorgung ohne eigene Anlage und die Versorgung mit Photovoltaik. Beide sollten denselben Zeitraum und denselben Strombedarf verwenden. Sonst werden unterschiedliche Ausgangslagen miteinander verglichen.

Beim Kauf stehen die Anschaffungskosten am Anfang. Danach fallen noch Kosten für Netzstrom und den Betrieb an; Einspeiseerlöse können diese mindern. Eine Finanzierung verteilt den Anlagenpreis auf Raten und ergänzt Zinsen. Sie verändert damit sowohl die monatliche Belastung als auch die Gesamtkosten.

Die Aussage „keine Anzahlung“ beschreibt nur den Start der Zahlung. Sie bedeutet weder, dass die Anlage kostenlos ist, noch dass die monatliche Gesamtrechnung niedriger wird.

Autarkie und Eigenverbrauch: zwei verschiedene Fragen.

Die Autarkiequote beschreibt, welcher Anteil Ihres Strombedarfs durch eigenen Solarstrom gedeckt wird. Die Eigenverbrauchsquote beschreibt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms im Haus genutzt wird.

Ein einfaches Rechenbeispiel

Eine Anlage erzeugt 10.000 kWh im Jahr. Der Haushalt verbraucht insgesamt 5.000 kWh und nutzt davon 3.000 kWh aus der eigenen PV-Anlage. Die Autarkiequote beträgt 3.000 ÷ 5.000 = 60 %. Die Eigenverbrauchsquote beträgt 3.000 ÷ 10.000 = 30 %.

Das Beispiel erklärt die Begriffe. Es ist keine Ertragsprognose und keine Zusage für ein bestimmtes Haus.

Eine größere Anlage kann mehr Strom liefern und dennoch eine niedrigere Eigenverbrauchsquote haben. Deshalb sollte keine der beiden Quoten allein über die Anlagengröße entscheiden.

Welche Positionen in die Rechnung gehören.

PositionWas Sie prüfen sollten
AnschaffungGesamter vereinbarter Umfang einschließlich notwendiger Zusatzarbeiten.
ReststromNetzstrom, der trotz PV weiter benötigt wird, und der Grundpreis.
Betrieb und ErsatzLaufende Aufwendungen und eine nachvollziehbare Annahme für mögliche Ersatzinvestitionen.
EinspeisungVergütung, Zeitraum und Einschränkungen passend zur konkreten Anlage und Inbetriebnahme.
FinanzierungRaten, Laufzeit, Zinsen, Gebühren und gegebenenfalls verbleibende Restschuld.

Prüfen Sie außerdem, ob mit steigenden Strompreisen gerechnet wird. Eine solche Annahme kann das Ergebnis deutlich verbessern, ist aber keine Garantie für die tatsächliche Preisentwicklung.

Günstige Tarifzeiten nutzen – mit vollständiger Rechnung.

Ein Energiemanagement kann einen Teil Ihres Netzbezugs in günstige Zeitfenster verschieben. Direkt nutzbarer Strom vermeidet dabei den Umweg über den Speicher. Wird er zwischengespeichert, müssen Lade- und Entladeverluste sowie zusätzlicher Batterieverschleiß mitgerechnet werden.

Was 18 ct/kWh im Speicher bedeuten können

Reines Rechenbeispiel: Der Einkauf kostet 18 ct/kWh einschließlich aller verbrauchsabhängigen Preisbestandteile. Bei angenommenen 90 % Gesamtwirkungsgrad kostet eine später aus dem Speicher abgegebene Kilowattstunde rechnerisch 18 ÷ 0,90 = 20 ct. Hinzu kommen Batterieverschleiß und mögliche zusätzliche feste Kosten für Tarif, Messung und Steuerung.

Die 18 ct/kWh sind eine Beispielannahme, kein Tarifangebot und kein zugesagter Jahresdurchschnitt.

Für den Vergleich zählt Ihr gesamtes Jahr: Wie viel Strom können Sie tatsächlich verschieben, zu welchen Endkundenpreisen kaufen Sie ihn ein und welchen späteren Bezug vermeiden Sie? Vergleichen Sie das Ergebnis mit einem passenden Festpreistarif. Eine Solarprognose hilft der Steuerung, ausreichend Platz für den nächsten eigenen Ertrag zu lassen.

In einer Jahresrechnung bleiben solare Autarkie und Netzstrompreis getrennte Größen. Günstig aus dem Netz geladener Strom wird dadurch nicht zu eigener Solarenergie. Ein angenommener mittlerer Reststrompreis muss zu Ihrem Bezugsprofil passen; eine kurze günstige Preisphase kann ihn nicht belegen.

Die Verbraucherzentrale erklärt Preisbestandteile und geeignete Verbrauchsprofile. Wie Speicher und Steuerung zusammenarbeiten, lesen Sie im Ratgeber zum intelligenten Laden.

Amortisation und Gesamtersparnis richtig lesen.

Die Amortisationszeit bezeichnet im jeweiligen Modell den Zeitpunkt, ab dem die aufsummierten Vorteile die zusätzlichen Kosten ausgleichen. Sie ist nur so belastbar wie die Eingaben, der betrachtete Zeitraum und die berücksichtigten Positionen.

Ein positiver Überschuss nach vielen Jahren ist zudem nicht dasselbe wie ein positiver heutiger Wert. Eine abgezinste Betrachtung berücksichtigt, dass Geld, das erst später zufließt, anders bewertet wird als eine Ausgabe heute. Deshalb können nominale Gesamtersparnis und Kapitalwert unterschiedliche Vorzeichen haben.

Zeigt eine Rechnung innerhalb des gewählten Zeitraums keine Amortisation, sollte das Ergebnis sichtbar bleiben. Es ist ein Anlass, Preis, Auslegung oder Annahmen zu prüfen.

Drei Durchläufe, die mehr sagen als ein Bestfall.

  1. Ihr Ausgangspunkt: Verbrauch und Tarif aus der Abrechnung, vollständiger Angebotspreis und nachvollziehbare Ertragsannahmen.
  2. Vorsichtiger rechnen: Die ausgewiesenen Annahmen zu Eigenversorgung, Ertrag und laufenden Kosten mit Ihrem konkreten Angebot abgleichen.
  3. Finanzierung vergleichen: Dieselbe Anlage und denselben Zeitraum verwenden; Raten und übrige Stromkosten gemeinsam ansehen.

Notieren Sie, welche Eingabe das Ergebnis besonders verändert. Genau diese Annahme sollten Sie im nächsten Gespräch begründen lassen.

Der Trendosolar-Wirtschaftlichkeitsrechner rechnet lokal mit Ihren Eingaben. Er benötigt keine Kontaktdaten und ersetzt keine standortbezogene Ertragsplanung.

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